Ich habe den Hosenanzug gegen Flecktarn getauscht.

Denn die letzte Woche habe ich ein intensives und umfangreiches Programm im Rahmen der 6. InfoDVag bei der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum absolviert.

Was habe ich gelernt:

1. Respekt vor diesem Beruf. Den hatte ich schon vorher. Aber der Gelöbnisunterricht, in dem wir die Bedeutung des Gelöbnisses reflektiert haben, oder auch die zahlreichen Berichte der Soldat:innen von ihren Einsätzen und die Situationen, in die wir hineingeworfen wurden, haben immer wieder deutlich gemacht, welchen Einsatz die Truppe mit ihrem Dienst erbringt. Das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen – was bedeutet das eigentlich?

2. Kameradschaft. Unsere Gruppe bestand aus Führungskräften aus Wirtschaft, Behörden und Politik. In dem Moment, in dem wir die Uniform anhatten, spielte das aber keine Rolle mehr. Jeder hat den oder die andere unterstützt, auch die Ausbilder waren unfassbar respektvoll und geduldig. Wie war es für mich als junge Frau? Ich hatte vorher Sorge, körperlich nicht stark genug zu sein. Aber jeder hatte mit anderen Dingen zu kämpfen – ob mit der Hitze, mit den Gefühlen, die manchmal hochkamen, den Besonderheiten der Uniform, der Höhe, den kurzen Nächten. Die erste Lektion war: Bei der Bundeswehr wird niemand zurückgelassen. Und so war es wirklich.

3. Ich habe mich selbst kennengelernt. Ich geb zu: Vieles hat mich nervös gemacht. Mich aus der Höhe abzuseilen, die körperliche Anstrengung. Am Ende war ich mutiger, als ich es mir selbst zugetraut habe.

Meine größte Schwierigkeit war der Umgang mit der Sanitätsausbildung. Plötzlich ging es darum, wie man verwundete Kameraden versorgt, die angeschossen wurden. Das war alles Theorie, aber in der Ukraine ist es gerade Realität. Was wir gelernt haben, war nicht nur eine sportliche Herausforderung. Am Ende steht die Frage: Was bin ich bereit zu tun, um andere zu verteidigen?

🤔 Vielleicht ist die wichtigste Lektion Demut. Dienen heißt nicht bedingungsloser Gehorsam, kein Versprechen an eine einzelne Person oder einen anonymen Staat. Es heißt, füreinander einzustehen, wenn es hart wird. Seine Grenzen zu überwinden, die Ängste des anderen zu respektieren und sich gegenseitig aufzubauen.

Dafür kann man zur Bundeswehr gehen. Man muss es nicht. Aber die Haltung dahinter, füreinander da zu sein, wenn es darauf ankommt, können wir alle jeden Tag ein Stück weit leben. Ich werde noch viel über die letzten Tage nachdenken und mitnehmen. Danke an unsere Ausbilder des Ausbildungszentrums Cyber- und Informationsraum Pöcking und die Teilnehmenden der InfoDVag.

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Angriff auf die Informationsfreiheit.